Donnerstag, 8. Dezember 2011

Ein voller Schlafsack für ein Wannenbad

Gestern hab ich das Hauptevent des Tages nicht mehr festgehalten. Am Abend waren die Eindrücke auch schon etwas verblasst und während des Tages hatte ich zuviel mit der Verarbeitung und Beseitigung dessen zu tun. 
In der Früh hab ich mich gewundert, warum Paul so still war beim Stillen (höhö) und auch danach. Er war ganz komischer Stimmung, so ruhig und irgendwie eigenartig drauf. Ich hab mich nicht weiter darum gekümmert, weil er wunderbar lange und ausgiebig geschlafen hatte und auch nicht weinte oder sonst irgendwie schlechte Laune hatte. Aber bemerkt hab ich was.
Als ich Paul dann aus dem Schlafsack holen wollte, um ihn für den Tag anzuziehen, sah ich, was ihn hatte vor Ehrfurcht, Angst (so wirkte das) verstummen lassen: Paul hatte das Konzept Windel in der Nacht ignoriert und seinen Schlafsack als Windel benutzt, einerseits weil die Windel wohl nicht ganz fest saß, andererseits weil die Menge der Ausscheidungen die Fassungskapazität einer durchschnittlichen Windel in solcher Weise übertraf, dass kaum der Schlafsack ausgereicht hatte. Als ich ihn gänzlich ausgepackt hatte, wurde klar, Paul hatte sich doch tatsächlich ein morgendliches Wannenbad erkackt. Keine Feuchttücherpackung der Welt hätte mir hier effektiv weitergeholfen. Den Jungen aus diesem Schlamassel rauszuholen war ein Erlebnis, das ich gerne mit jemandem geteilt hätte, aber leider war niemand da, deswegen musste ich das jetzt doch noch festhalten. 
Paul genoss die Dusche und das morgendliche Baden sehr. Nachdem er von allen Spuren befreit war, zeigte sich auf seinem Gesicht ein Strahlen und eine Freude, die mir Angst machte, denn es wirkte so, als wolle er sagen: "Ach so, wenn man hier ein anständiges morgendliches Wannenbad haben will, dann muss man also nur den Schlafsack vollkacken. Alles klar, dann weiß ich ja jetzt Bescheid." Bitte nicht, lieber Paul!

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