Montag, 21. November 2011

Pauls Geburtstagsparty oder die verpasste Chance zum Rumsauen

Am Samstag haben wir hier nun Pauls Geburtstag gefeiert, zusammen mit nagymama und nagypapa (die ungarischen Großeltern) und natürlich mit mir und dem Papa. Nachdem ich lange herumgeeiert habe, was ich denn wohl für einen Geburtstagskuchen backen soll, kam die Entscheidung am Freitag dann ganz plötzlich: Schwedische Apfeltorte. Das ist eine Torte, die eigentlich alles enthält, was Torte so enthalten muss, aber trotzdem irgendwie gesund rüberkommt, wie schon der Name verrät. Denn immerhin kommt sie ja nicht ohne Äpfel aus. Das Rezept ist ganz einfach. Man backt einen Tortenboden und auf den Tortenboden kommt eine Mischung aus geriebenen Äpfeln, Puddingsoße, Zitronensaft, Wasser und Eiern. Diese Mischung wird aufgekocht und dann abgekühlt auf dem Tortenboden mit einer Schicht Schlagsahne ganz oben serviert. Pauls schwedische Apfeltorte sah dann so aus (in Tortendekoschriftzügen, gebe ich offen zu, habe ich noch Lernpotential)


Nun findet man, wie ich ja schon erzählt hab, wenn man bei youtube "1st birthday cake" eingibt, lauter Videos mit Babys, die sich in ganze Torten stürzen, in sie hineinlegen, mit dem Kopf eintauchen oder mit Händen und Füßen Tortenbrei auf Hochstühlen verteilen, vorzugsweise nackt oder nur mit Windel bekleidet. So viel Babytortengenuss kam für unsere kleine bescheidene Feier nicht in Frage, da wir Erwachsenen, egoistisch wie wir sind, auch etwas von der Torte genießen wollten. Aber, so dachten wir, mit einem Tortenstück kann man doch auch ganz gut ein bisschen rumschweinern. 
So haben wir dann Paul ein Stück von der Torte auf dem Hochstuhltablett zur freien Verfügung serviert. Die Idee war, dass er mit der Hand reingreift und sich vollstopft - im besten Fall - im schlimmsten Fall hätte er die Torte nur breitgeschmiert, ohne drauf zu kommen, dass man die essen kann. Aber wie das manchmal schon so war mit meinen Ideen, hat Paul uns auch diesmal einen Strich durch die Rechnung gemacht. Er warf dem Tortenstück lange, nachdenkliche Blicke zu und richtete ab und an fragende Blicke an uns, während seine Großeltern ihm ihre Tortenstücke wohlwollend voraßen, um zu zeigen, was er damit machen könne. 
Es verging eine gefühlte Stunde, bevor der Junge sich beschwerte und einen neuen Blick aufsetzte, der da lautete: "Also entweder du holst jetzt den Löffel raus und fütterst mich mit diesem Zeug da oder du nimmst mich hier wieder aus dem Stuhl raus, damit ich wieder spielen kann." Dem Blick bin ich gefolgt und hab ihm das Tortenstück ganz brav vom Löffel serviert, ohne Schweinerei und Kleckerei, aber mit vielen eindeutigen Genussgeräuschen.
Lieber Paul, da hattest du nun mal Gelegenheit, ein bisschen mit leckerer Apfeltorte rumzuschweinern und was machst du? Schaust verständnislos in die Gegend und wartest auf Fütterung. Mit der Zucchini, die du neulich aus der Einkaufstasche gefummelt hast, hast du dich nicht so angestellt. Da hast du gleich herzhaft reingebissen.Wie kommt das bloß?

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