Freitag, 11. November 2011

Mein Baby schläft - den Mitmenschen sei Dank

Man sagt ja immer, man soll nicht für absolute Ruhe sorgen, wenn ein Baby schläft, damit es später nicht empfindlich für Geräusche wird. Also nicht auf Zehenspitzen rausgehen, sondern regelmäßig den Staubsauger anschmeißen, wenn das Kindl eingeschlafen ist (eine Bekannte hat mir neulich verraten, dass sie das so macht). Das sorgt nicht nur für geräuschunempfindlichen Babyschlaf, sondern auch für saubere Teppiche. 
Ich muss zugeben, ich habe diese Regel immer ignoriert. Ich hab nicht nur keine extra lauten Geräusche gemacht, wenn Paul schläft, sondern mich auch durchaus leise verhalten, zumindest in den Leichtschlafphasen. Vor einer Weile ist mir aber aufgefallen, dass ich mir auch Schaumstoff unter die Fußsohlen kleben kann, um leiser zu sein, wenn meine Umgebung das ignoriert, sind meine Bemühungen völlig für die Katz (die ist im Übrigen auch gänzlich unbeeindruckt von diesen Bemühungen und kommt durchaus mal rein und miaut im unpassendsten Moment). 
Wenn Paul und ich unser/sein Einschlafritual vollziehen, dann gibt es immer wahnsinnig viele Leute und auch Tiere, die uns dabei helfen wollen, dass Paul geräuschunempfindlich wird.
Da ist zum Beispiel immer irgendein Motorradfahrer, der genau unter Pauls Fenster Vollgas gibt. Oder es kommt ein Schrotthändler auf einer Pferdekutsche vorbeigefahren und macht laute Ansagen, dass er unseren Schrott kaufen will. Und dann wären da noch die Telefongespräche, die komischerweise immer unter unseren Fenstern stattfinden. Es vergehen auch nicht viele Mittagsschläfchen, bei denen nicht irgendein Alarm eines Hauses, Autos oder sonstigen Gegenstandes losgeht. Und schließlich sind da noch die bereits erwähnten Tiere, meistens Hunde. Das sind alles sehr nette Exemplare. Die sprechen sich ab, wer wann Schicht hat und bellen dann in Zweier- oder Dreiergruppen für Paul. Abends kommt noch eine weitere Menschengruppe dazu, die meine Einschlafstrategien alle irgendwie ins Lächerliche ziehen: Irgendein Anderthalb-bis Zweijähriger kommt immer auf seinem Laufrad des Weges und wird von Mutter oder Vater angehalten doch bitte an der Ecke zu warten. Dann denkt Paul sich sicher immer, 'warum muss ich eigentlich pennen, wenn die doch da sogar noch radeln dürfen?'
Liebe Mitmenschen, an dieser Stelle möchte ich mich für eure Hilfe bedanken: Ich danke euch für eure Schrottaufkaufansagen, eure Alarmanlagen, eure Hunde, eure Kinder und eure Autos und Motorräder. Ich bin mir sicher, nur eurem unermüdlichen Einsatz ist es zu verdanken, dass mein Kind heute mit fast 12 Monaten völlig unempfindlich für Geräusche ist, wenn er schlummert, sodass ich inzwischen auch endlich im Besitz sauberer Teppiche bin.

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