Freitag, 25. November 2011

Jetzt bin ich wohl Anya

Heute Morgen bin ich vom Bad ins Schlafzimmer geeilt. Auf dem Weg dorthin kam ich durch die Küche und Paul stand im Laufgitter und sah mich vorbeieilen. Und da war es dann plötzlich: "A-N-Y-A!" ganz laut, ganz eindeutig und unmissverständlich: "MAMA wo willst du hin? Komm zurück!" Nur eben nicht Mama, sondern das ungarische Gegenstück, anya. Nun weiß ich gar nicht, ob ich lachen oder weinen soll. Mein Kind spricht ungarisch. Wahrscheinlich bald besser als ich. Die deutsche Oma hat gleich reklamiert und gesagt, er hätte ja auch schon Ma-Ma-Ma gesagt. Aber leider ist ma-ma-ma eben nicht "Mama!" und das war bisher auch eindeutig nicht ganz so eindeutig wie das "anya" heute Morgen. Ist ja auch kein Wunder. Alle nennen mich ja hier so. Woher sollte er wissen, dass ich Mama bin. Die paar Male, wo ich ihm das sage, machen aus mir wohl keine Mama. Nun bin ich also zuerst eine anya.
Lieber Paul, nenn mich wie du willst, mit ein paar Einschränkungen natürlich, wie zum Beispiel "Alte" oder "Erzeugerin", für mich bist du immer mein Paulchen. Und bei allem bleibt mir immernoch die Hoffnung, dass der erste richtige, echte "Mama"-Ruf nicht ganz so herrisch daher kommt wie das "A-N-Y-A" heute Morgen.

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