Donnerstag, 3. November 2011

Aber er ist doch so süß....

Eine gute Bekannte hat mir mal gesagt, Erziehung bei kleinen Kindern wäre vor allem deswegen so schwierig, weil man alles, was man am Anfang so süß und niedlich findet und worüber man sich freut, dann irgendwann regulieren und meistens ganz verbieten muss. Damit meinte sie zum Beispiel die große Freude, die Eltern, Großeltern und alle sonstigen Anwesenden haben, wenn ein so kleines, niedliches Baby ein Bäuerchen macht. Dazu wird das unschuldige Wesen ja geradezu angefeuert und wenn es dann da ist, dann gilt die Regel: je lauter, desto größer die Freude bei den Umstehenden. Keiner würde je auf die Idee kommen einem Baby zu erklären, dass sich das nicht gehört, dass es sich gefälligst leise von dem Luftüberschuss befreien oder eben vor die Tür gehen/krabbeln soll. Selbiges gilt auch für Pupse. Was hab ich schon für freudige Reaktionen bei Gästen erlebt, wenn Paul einen Pups loslässt. Würde ich hier so hemmungslos vor meinen Gästen rumpupsen, na dann hätte ich die Gäste wahrscheinlich zum letzten Mal. 
Jedenfalls ist genau das das Problem. Alles, was ein Baby macht ist so süß und niedlich und man freut sich ja so, wenn es irgendwas Neues macht.
Paul kommt ja jetzt langsam ins Kleinkindalter (genauer gesagt in 14 Tagen, an seinem ersten Geburtstag) und dann ist er offiziell kein Baby mehr. Aber doch immernoch genauso süß. Und so kommt es, dass ich heute mal wieder in die Falle getappt bin. Statt meinen Sohn zu sagen, dass das keine gute Idee ist, was er da macht, weil davon die Schublade kaputt gehen kann, was natürlich vor der Durchführung der eigentlichen Handlung hätte geschehen müssen (mit einem einfach Paul - Nein ganz unkompliziert),  hab ich den Fotoapparat rausgeholt und das folgende Foto gemacht:

Naja, nun wird manch einer sagen, na die hat Probleme, das ist ja harmlos und süß. Aber ich denke dabei an die nächsten Schritte. In die Schublade klettern ist ja nur Schritt eins. Schritt zwei ist Hinknien in der Schublade. Schritt drei ist am Herdgriff hochziehen. Schritt vier hat verschiedene Varianten: a) Herd einschalten, auf dem Herd rumtatschen, irgendwas vom Herd runterreißen b) auf der Schublade Hüpfburg spielen.
Paul kann zwar noch nicht hüpfen, aber das wird er irgendwann sicher können und wenn Schritt eins, zwei und drei dann erlaubt sind, wie will man dann Schritt vier verbieten. Das kommt mir doch sehr schwierig vor. Deshalb, mein lieber Sohn, war das wohl das erste und letzte Mal, dass du in diese Schublade reingeklettert bist. Da kannst du noch so süß sein. Du musst aber nicht traurig sein, die Mama hat es ja digital festgehalten und so kannst du dir bei Schubladensehnsucht einfach das Bild anschauen.

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