Montag, 17. Oktober 2011

Aller Abschied ist schwer

Paul schläft seit einer Weile schlecht. Und wenn das eigene Baby schlecht schläft hat man nicht nur das Problem, dass die Nächte unruhig sind und man etwas müder ist als sonst, sondern man muss sich gezwungenermaßen auch mit guten Ratschlägen aller Art herumplagen, denn mit nichts kennen sich die Menschen so gut aus wie mit schlafenden beziehungsweise mit nicht-schlafenden Babys.
Klein Paul hat eigentlich immer viel und gut geschlafen, aber seit ein paar Wochen ist sein Schlaf gestört, d.h. er schläft schlechter ein und wacht in kürzeren Abständen auf und - und das ist wohl der anstrengendste Teil daran - er ist mitunter nachts eine bis zwei Stunden wach. Nachdem ich mich jetzt mehr als drei Wochen damit befasst habe, was die Gründe für sein verändertes Schlafverhalten sein können und welche Möglichkeiten ich habe, wieder zu angenehmeren Verhältnissen zu kommen, habe ich nun gestern eine Entscheidung getroffen. Es ist Zeit, vom Stillen langsam Abschied zu nehmen.
Aber zurück zum Schlafproblem. Ich stille Paul schon immer in den Schlaf, was ja von vielen Parteien als absolut "schädlich" für die Erziehung eines durchschlafenden Kindes gesehen wird. Stillfachfrauen (gibts eigentlich auch Männer?) sagen im Gegenteil, dass Einschlafstillen das Natürlichste von der Welt sei. Nun, liebe Mutter, nun musst du dich nur noch entscheiden, durch welche Tür du gehen willst. Jede Seite hat fantastische Argumente, für mich war aber vor allem ausschlaggebend, dass Paul und ich das von Anfang an so gehandhabt haben und er trotz dieses Frevels lange Nachtschlafphasen von 9-11 Stunden hatte. Und das ist auch noch gar nicht so lange her. Als es damit plötzlich vorbei war, hab ich mich aber trotzdem damit befasst, weil wir zum Schluss bei ein-stündlichen Stillsessions angekommen waren, die im Elternbett teilweise ins Endlose verlängert wurden. Und das hab ich ein paar Wochen mitgemacht, wobei jedes Mal Pauls kleines Brüderchen wach wurde und mir den Schlaf immer dann raubte, wenn Paul eben fertig war. Und dabei ist er ja noch in meinem Bauch. Ich hab dann immer überlegt, wie soll das erst werden, wenn er erst raus ist. 
Gestern hab ich entschieden, dass es so nicht weitergeht. Und jetzt stillen wir ab (vorerst nur nachts) und sind gespannt, was passiert. In der Theorie von Partei Nr. 1 dauert es nur ein paar Nächte und das Kind schläft durch. Erstens glaub ich das aber erst wenn ich es sehe und zweitens geht es mir auch nicht unbedingt darum, dass Paul durchschläft, welches Kind macht das schon dauerhaft. Ich will nur erreichen, dass er nicht mehr stundenlang an der Brust rumhängt, denn da will ja bald ein anderer hängen. 
Die erste Nacht war gestern. Zum Einschlafen brauchten wir ungefähr eine dreiviertel Stunde. Dann ist er um 1 Uhr das erste Mal wachgeworden und hat sich mit Tragen, Schaukeln und Bettschieben innerhalb von einer halben Stunde beruhigen lassen. Das nächste Mal ist er um fünf wach geworden und hat sich mit den gleichen Handlungen innerhalb von einer Stunde wieder einschläfern lassen. Die Babyschlafprofis unter uns werden natürlich sagen, "oh Gott, bloß nicht aus dem Bett nehmen, er muss sich im Bett beruhigen, am besten allein." Aber in dem Fall sind mir die Profis mal wieder egal. Für die erste Nacht bin ich zufrieden. Und Pauls kleines Brüderchen war die Nacht auch gleich viel ruhiger.
Also lieber Paul, du musst jetzt weiterhin ganz stark sein. Wir machen das nämlich jetzt genauso weiter. Und wenn du dann dabei zufällig Partei Nr. 1 Recht geben willst, bin ich dir auch nicht böse.

0 Kommentare:

Kommentar veröffentlichen