Freitag, 23. September 2011

Stillen zu dritt

Paul ist jetzt ein bisschen über zehn Monate alt, da beginnt langsam der Endspurt für sein Brüderchen in meinem Bauch. Endspurt ist zwar noch etwas übertrieben, es sind ja immerhin noch 15 Wochen, aber es fängt langsam an, sich danach anzufühlen, besonders beim Stillen. Als ich erfahren hab, dass Nummer zwei unterwegs ist, war Paul 4 Monate alt. Es wäre für mich also nicht in Frage gekommen, mit dem Stillen aufzuhören. Und das hab ich bis heute auch nicht getan. Allerdings werden unsere Still-sessions langsam immer lustiger.
Den Plan Stillen in der Schwangerschaft und/oder Tandemstillen bin ich von Anfang an so angegangen, dass ich einfach alles auf mich zukommen lasse. Sollte die Milch knapp werden, sollte die Milch nicht mehr schmecken, sollte Paul nicht mehr stillen wollen, dann wird eben nicht mehr gestillt. Ansonsten machen wir weiter wie bisher, auch wenn ich dieses Konzept manchmal wegen Übelkeit oder ähnlichen Schwangerschaftsfreuden am liebsten in die Ecke geschmissen hätte. Keiner dieser Fälle ist allerdings eingetreten und so stille ich Paul immernoch morgens, abends, nachts und tagsüber mal am Nachmittag oder am Vormittag. Mancheiner findet das schon absurd ganz ohne die Tatsache, dass ich schwanger bin, aber darum schere ich mich einen, wie sagt man so schön, feuchten Kehricht. 
Aber nun dazu, warum es langsam lustig wird: Das eine ist, mein Bauch hat mittlerweile eine solche Form angenommen, dass Paul Schwierigkeiten hat sich drumrum zu drapieren ohne von meinem Schoß zu rollen. Das andere ist, dass besonders beim abendlichen Stillen Paul und sein Brüderchen neuerdings miteinander zu kommunizieren scheinen. Während von drinnen kleine Tritte nach außen kommen, die sagen 'ey, mach dich mal nicht so schwer!' kommen von außen kleine Patschehändchen, die sagen 'komm du mal erstmal raus, dann kannst du hier auch mitreden'. Irgendwann mischt sich dann immer die Gebärmutter ein und bringt den Kleinen zum Schweigen, während der Große das Interesse am unbeweglichen harten Bauch verliert. Das ganze Spiel lässt erahnen, welche Freuden auf mich zukommen, wenn erstmal alle beide da sind und das "auf mich zukommen lassen" tatsächlich so abgelaufen ist, dass Paul immernoch kein Interesse am Abstillen hat. Man (also ICH, aber die passive Formulierung gibt mir an dieser Stelle ein beruhigendes Gefühl) darf gespannt sein.

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