Donnerstag, 22. September 2011

Putz, putz, putz, runter mit dem Schmutz

Während das tägliche Baden eines Säuglings völlig aus der Mode gekommen ist (in solchem Maße, dass ich mich regelmäßig verbalen Angriffen ausgesetzt sehe, weil ich dieses sträfliche Körperpflegeritual liebe und schätze und meinen mittlerweile durchaus abends schmutzigen Sohn abends wasche), gibt es ein anderes Körperpflegeritual, welches ganz gegensätzlich dazu an Bedeutung gewonnen hat: Das Zähneputzen. Wo früher galt, Zähne putzen macht nur Sinn, wenn man auch ne Zahnbürste halten kann und Zahnpasta ausspucken kann, so fängt die moderne Babyzahnpflege mit Beißringen, Massagebürsten und Fingerlingen an, mit denen man dem Baby über die Kauleiste (durchaus schon relativ zeitig nach der Geburt) schrubben soll. Und sollte man eventuell auf Widerstand stoßen, dann gilt es, das Zähneputzritual mit fröhlichen Liedern und Reimen zum Unterhaltungsprogramm zu gestalten. 
Paul hat ja nun schon 8 Zähne und ich hab mich mit dem Zahnputzthema schon mehrfach auseinandergesetzt, sodass Paul inzwischen mehr Zahnbürsten als Mama und Papa zusammen hat (weiche, nicht so weiche, Massagebürsten, Bürsten zum Spielen und Bürsten zum gemeinsamen Putzen usw.), schätzungsweise so viele Bürsten wie Zähne. Am Anfang hab ich mich für die Wattestäbchenmethode ohne Gesang und Erzählverse entschieden und hab ihm einfach morgens und abends mit Wattestäbchen über die Zähne gewischt, was er freudig mitgemacht hat. Beide wussten wir nicht so richtig, welchen Effekt das haben soll, aber das hat uns nicht gestört. Aber dann kam irgendwann die böse Zahnbürste mit den echten Borsten. Damit hat er sich ein paar Mal über die Hauer schrubben lassen (ich gebe zu, so formuliert, hört sich das aber auch brutal an), um ziemlich bald eine Technik zu entwickeln, die Lippen so fest aneinander zu pressen, dass ich auch mit dem besten Hebelwerkzeug Probleme bekommen hätte dazwischen zu gelangen, von einer Zahnbürste mal ganz abgesehen. Seitdem ist ein Einlass für Zahnbürsten im Mund von Paul nicht gestattet. Wattestäbchen ja. Bürsten nein. Und nun überleg ich die ganze Zeit, ob es vielleicht tatsächlich am Unterhaltungs- bzw. Ablenkungsprogramm liegt. Ob er sich mit diesen albernen Reimen dazu bringen lässt den Mund wieder zu öffnen? Oder liegt es vielleicht daran, dass wir keine Zahnpasta benutzen? Vielleicht sollte ich für jede Bürste auch noch eine passende Kinderzahnpasta kaufen (immer die gleiche ist sicher zu langweilig)? Und parallel dazu natürlich immer mitputzen, denn die Vorbildwirkung ist ja so wichtig. Hmmm....Paul, was machen wir bloß? Na jetzt hol ich dich erstmal aus dem Bett. Das ist im Vergleich dazu eine leichtere Übung.

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