Dienstag, 2. August 2011

Ein Tag im Leben von Familie Nimmersatt

Seit einer Weile hat Paul (nicht nur Paul) einen Appetit wie eine siebenköpfige Raupe. Darüber freut sich eine Mama natürlich sehr. Es gibt nichts Schöneres als dem eigenen Kind beim genüsslichen Mampfen zuzusehen. Sein Riesenappetit führt allerdings dazu, dass ich das Gefühl habe, es ist besser die Küche nicht zu verlassen, denn es könnte ja sein, dass der kleine Hunger kommt (bei ihm oder bei mir). Und es gibt Tage, da sind die Lücken zwischen den einzelnen Mahlzeiten so klein, dass es nur zu einem Pudelrundenspaziergang reicht. Denn wenn ich nicht gerade Pauls Mahlzeiten vorbereite, arbeite ich an einer Mahlzeit für mich, meinen Bauchbewohner und für die Produktion von immernoch mehr als einem halben Liter Milch täglich.

Von unglaublichem Vorteil ist dabei, dass unsere Wohnung so geschnitten ist, dass die Küche den Mittelpunkt bildet. Pauls Laufgitter steht auch hier. Inzwischen liegt auch eine dicke Decke mit Spielzeug herum, die er robbend durch die Küche von der Türschwelle im Bad abwechselnd zum Küchentisch und zum Mülleimer zieht. (Der Mülleimer ist aus diesem Grund schon mal aus der Küche entfernt worden, bis eine Lösung gefunden wird, bei der Paul nicht in der Lage ist, ihn über sich selbst auszuleeren.)
Und so verhält es sich seit einiger Zeit so, dass ich telefoniere und gefragt werde, "rührst du schon wieder Brei?" oder mich dabei ertappe, wie ich die Zutaten für den Abendbrei zusammenrühre, obwohl erst Nachmittag ist oder ich zwischen all dem Brei vorbereiten, kochen, aktiv abkühlen mit Kühlakku (dem Herrn geht es oft nicht schnell genug. Sobald er das Gerühre im Topf hört, hab ich noch so 10 Minuten, dann muss es aber auch was geben, sonst beschwert er sich beim Kellner/Küchenchef) und natürlich auch ner gehörigen Runde abwaschen gar nicht merke, wie schnell der Tag so rum ist, ohne dass ich was wirkliches gemacht aber, außer existentielle Grundbedürfnisse zu befriedigen. Denn neben den Mahlzeiten für Paul gilt es ja auch für Mama samt Bauchbewohner vollwertige und gesunde Mahlzeiten zuzubereiten.

Um zu verdeutlichen, wie so ein Tag mit Familie Nimmersatt aussieht: hier mal der gestrige Tag als Beispiel:
1.8.2010
5 Uhr Stillen - erste Mahlzeit für Paul
7 Uhr - erste Mahlzeit für Mama Frühstück (zwei Brötchen, Kaffee, Obst),  für Paul ein halbes Hörnchen
zwischen 7.30 und 8.30 Uhr Stillen - 2.(o. 3.) Mahlzeit für Paul
zwischen 9.30 und 10 Uhr - 2. Frühstück für Mama (2 Stullen mit Käse und Wurst (gestern bayerische Leberwurst), große Tasse Kakao, ein Apfel)
zw. 10 und 10.30 Uhr - Stillen für Vormittagsschläfchen von Paul
11-11.30 Uhr Vorbereiten und Essen von Pauls Mittagsbrei (mind. 250 g Gemüse, Fleisch, Kartoffeln, zum Nachtisch Obst, gestern: Möhren, Kohlrabi, Kartoffeln und Putenfleisch)
11.30-13.00 Uhr Vorbereiten und Essen von Mamas Mittagessen (gestern Spinat, Kartoffeln und Spiegeleier), während meiner Mahlzeiten befindet sich Paul natürlich auch weiterhin in der Küche :-)
13 Uhr Stillen für Mittagsschlaf von Paul (meistens schlaf ich ne Runde mit)
14 Uhr Kaffee und was Süßes für Mama (gestern ein Nutellabrötchen)
15 Uhr Paul wacht auf und will ESSSSEN! - hier gibts einen Brei aus Haferflocken, Dinkelflocken oder Zwieback mit ner ordentlichen Portion Obst (ca. 300 g schafft er locker)
ACHTUNG: hier ist die erste Lücke für einen ordentlichen Spaziergang, der dann auch stattfindet.
17.30-18 Uhr Vorbereiten und Essen von Pauls Abendbrei (Milch plus Getreide plus ein Klecks Obst, mind. 250 g)
18-18.30 Uhr Essen für Mama (meistens Stulle mit Brot, gestern 4, dazu Saft)
19.30-20.00 Einschlafstillen
20.30 Uhr Snack für Mama und Bauchbewohner (gestern Yoghurt mit Himbeeren)


Damit ist der Mahlzeitenmarathon geschafft und alle sind müde. Außer Paul. So gegen Mitternacht nimmt er gerne noch mal einen großen Schluck. Und ich, ich geh jetzt erstmal was essen. Wer mich sucht, findet mich in der Küche.

Nachtrag:
Im Übrigen bin ich schon gespannt, wie der Mahlzeitenplan aussieht, wenn unser Bauchbewohner sich noch zu uns gesellt.

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