Mittwoch, 18. Mai 2011

Haushaltskekse oder wie man mit komischen Ernährungsempfehlungen umgeht

Heute hatte ich mal wieder einen Termin bei meinen Lieblingsfreundinnen, seit Kind P auf der Welt ist: Seine Kinderärztin und die sogenannte Schutzfrau (wen die nun eigentlich vor wem schützt, ist mir bei ihren Methoden immernoch nicht ganz klar geworden). Und ich bekam natürlich, wie erwartet, Schimpfe. Ich schreibe Schimpfe, weil das echt ablief, wie im Kindergarten, wenn Tante Konni dem kleinen Kevin sagt, er soll Susi nicht mit seiner Portion Milchreis bewerfen und ihn endlich selber essen, denn der ist ja so gut für ihn.

Bei meinem letzten Termin war ich schlauer, da hab ich einfach, wie Kevin es wahrscheinlich tun würde, brav genickt und gelächelt (und mir gedacht, ich mach das dann sowieso so, wie ich es mir denke). Auf jeden Fall bekam ich beim letzten Mal die Empfehlung, nennen wir es mal lieber den Hinweis, Kind P jetzt aber auf jeden Fall was Richtiges zu essen zu geben. Die Milch würde doch jetzt nicht mehr ausreichen, wo er schon viereinhalb Monate ist. Und womit, himmelherrgesangsverein, sollte ich anfangen? Mit Keksen. Ich sollte Kind P ein bisschen Apfel reiben, mit Apfel mischen und dann Haushaltskekse dazuraspeln. Haushaltskekse bestehen übrigens aus Zucker, Fett und Weizenmehl. Damit sein junges Leben zu beginnen fand ich irgendwie hohl.

Als ich Kind P heute zum Termin schob, mit schuldbewusst gesenktem Kopf, hab ich überlegt, was sie wohl als nächstes vorschlägt: "Liebe Mutter (wenn man erstmal ein Kind hat, ist man nur noch Mutter, man hat keinen Namen mehr), wenn das mit den Keksen soweit klappt, dann können sie es  jetzt ja mal mit Schokolade oder Eis versuchen." Das hat sie nicht vorgeschlagen, soweit geht die Liebe zum Süßen nicht. Aber auf die Frage, wie das mit den Keksen denn klappen würde, hab ich leider die falsche ehrliche Antwort gegeben: gar nicht, er kriegt nämlich keine. Daraufhin sagte Tante Konni: "Aber Kevin, was hab ich dir gesagt, was du machen sollst? Warum kannst du nicht hören, wenn man dir was erklärt!!!" Dann hat sie noch über die Vorteile von Keksen geredet und mir erklärt, wenn ich wirklich keine Kekse geben will, kann ich auch bisschen Mehl reinrühren, das hat den gleichen Effekt.

Ich glaube beim nächsten Mal werde ich einfach wieder wie Kevin nach unten kucken und sagen: "Tante Konni, das mit den Keksen, das klappt super. Und das Mehl, das reißt er mir aus den Händen." Dann sind alle zufrieden.

Kommentare:

  1. Liebe Mutter ;-), obwohl ich die Geschichten alle schon unmittelbar kannte, habe ich eben herzlich gelacht!! Du machst das schon...

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  2. Ich amüsier mich nach diesen Besuchen auch immer königlich. Wer schön, wenn ich das dort live auch mit dem nötigen Humor nehmen könnte, vielleicht wären sie dann nicht so verbissen. :)

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  3. Solange die Kinder noch nicht selbst reden können, klappt das ziemlich gut. Aber dann....

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