Donnerstag, 19. Mai 2011

Fleisch ist mein Gemüse

Anstelle der Haushaltskekse bekommt Paul übrigens seit einer Woche Fleisch, Hühnerfleisch. Und was soll ich sagen, er verhält sich, was das angeht, wie ein richtiger Ungar: Er reißt es mir aus der Hand. Seitdem es Gemüse mit Fleisch gibt, ist das Gemüse ohne Fleisch nur noch halb so spannend und fleischiger Brei wird mit strahlendem Gesicht und weit aufgesperrtem Mund empfangen. Am besten würde es ihm wahrscheinlich gefallen wenn ich das Fleisch mit ein bisschen Fleisch kombinieren würde, so eine Art Brassoi. Aber damit warten wir noch. 
Angefangen haben wir ja mit Karotten, danach Karotten mit Kartoffeln und ein bisschen Obst in Form von zerquetschter Banane oder Birnenmus. Neuerdings bekommt er Zucchini und obwohl mir das überhaupt nicht schmeckt, isst er das auch mit viel Genuss. Nachdem ich tage - ach was wochenlang recherchiert habe, wie und wann man sein Baby so ernährt, bin ich zu dem Schluss gekommen, dass ich es nicht den einen und richtigen Weg gibt, so wie es auch nicht den einen und richtigen Geschmack gibt. Ich hab mich entschieden geduldig und langsam auszuprobieren und Pauls und mein Gefühl entscheiden zu lassen, ob das so ok ist. Damit fahren wir wunderbar. Diese ganzen verschiedenen Theorien über Nahrungsmittel zur richtigen oder falschen Zeit machen einen ja kirre, mit dem Ergebnis, dass man sich hinterher gar nicht mehr traut irgendwas zu füttern. 
Wir füttern jetzt, mit viel Kuddelmuddelwissen im Hinterkopf, das, was uns schmeckt, und das, was verträglich erscheint, und fühlen uns wohl dabei. Wenn es eine Kategorie gegeben hätte bei der 6-Monatsuntersuchung gestern mit dem Titel: Élvezettel eszik ("isst mit Genuss") hätte ich das wunderbar mit Ja beantworten können. Das ist ein schönes Gefühl, besonders weil er immernoch so ein kleiner Zarter ist, der Paul.

0 Kommentare:

Kommentar veröffentlichen