Sonntag, 20. Februar 2011

Soviel Normenlosigkeit ist ja kaum auszuhalten

Schaut man in Tabelle jedweder Art, stellt man als Mutter schnell fest, dass sich das eigene Baby nicht normgerecht verhält. Paul hat sich noch nie für irgendwelche Normen interessiert. Aber die Mama kann es eben einfach nicht lassen. Ich kann nicht genau sagen warum, es ist ganz sicher nicht der Wunsch, Paul in irgendwelche Tabellen zu pressen. Und auch nicht unbedingt der Wunsch nach Vergleich ('wachsen, spielen, essen, rülpsen, pupsen, röcheln andere Babys auch so?'), obwohl ich zugeben muss, dass ich ab und zu die Suchmaschine bediene mit Suchanfragen wie (Baby 4 Wochen Schlafen, Baby 2 Monate Stillen,....Baby 3 Monate Entwicklung). Und wenn mir mal keine Frage einfällt, dann nehme ich einfach eine von denen, die mir die Suchmaschine anbietet. Meistens bin ich hinterher so schlau wie vorher oder ein bisschen verwirrter. Das hat also nicht wirklich Vorteile. Aber es macht Spaß.
Ein Teil der Faszination liegt dabei in der Statistik an sich,...diese Werte und Kurven, das ist was zum Festhalten, was Handfestes. Da kann man sehen, was normal ist, und was eben unter oder über der Norm liegt und dann kann man entweder ruhig oder unruhig sein. Noch dazu sind die Tabellen schön bunt.
Heute Morgen um fünf hab ich festgestellt (Paul schläft noch - normgerecht weiß er mittlerweile, im Gegensatz zur Mama, was man in der Nacht macht), dass man, wenn man so wie ich einen Hang zu Tabellen hat, einfach nur die richtige Tabelle (Statistik, Studie, Kurve) suchen muss, bis man das Kind doch irgendwie in der Norm hat.
Laut Wachstumskurve der WHO für Babys (die auf der Ernährung mit der Flasche basiert) verhält sich Paul nicht kurvengerecht. Naja, er hat natürlich seine eigene Kurve, aber die ist nicht normnah, weil Paul scheinbar nur in die Länge wächst. Auf die Breite pupst er. Nun gut, er sieht nicht aus wie ein Streichholz, das wäre übertrieben, aber er wechselt die Kleidergrößen wie andere die Toilettenpapierrollen ohne dabei je einen Strampler richtig auszufüllen. Und da hab ich mir eben mal die Tabelle angeschaut.
Die Tabelle bescheinigte Paul doch tatsächlich (wer hätte das gedacht) normabweichendes Verhalten: zu geringe Leibesfülle bei gleichzeitig ebenfalls für sein Alter normabweichender Länge. Bei soviel Normenlosigkeit hat man als Mutter verschiedene Möglichkeiten, auf das Verhalten des Sohnes zu reagieren:
Man ignoriert die Tabelle und macht fröhlich weiter.
Man macht sich Sorgen und konsultiert den Kinderarzt.
Man füttert das Kind, auch wenn es nicht danach verlangt.
Oder man sucht einfach eine neue Tabelle. Die habe ich heute Morgen gefunden. Deswegen...herzlichen Glückwunsch Paul. Du befindest dich mit deinem Wachstum auf der grünen (Norm)kurve der Wachstumskurve der WHO für gestillte Kinder. Eine normeninteressierte Mutter müsste eigentlich wissen, dass es verschiedene Wachstumskurven für Flaschenkinder und für gestillte Babys gibt.
Also, und auch das hätt ich wissen können, bevor ich den Computer angeschaltet habe, einfach so weiter wie bisher. :-)
Und dann kann man auch wieder schlafen gehen.

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