Donnerstag, 10. Februar 2011

Paul schubt.

Paul ist jetzt 12 Wochen alt und in den letzten Tagen hat er sein Verhalten von süß, ruhig und unkompliziert auf süß (süß ist er immer, ist ja schließlich mein Paul), unruhig und quengelig verändert. Er schläft zwar nachts noch ziemlich lang, von 20-6 Uhr mit einer Stillpause, aber tagsüber kann ich es dem Herrn nicht so wirklich recht machen. Er trinkt gern alle zwei-drei Stunden (wenn ich vier Stunden warten will, dann gibt er mir keine einfachen Hungersignale mehr, sondern holt beim Schreien keine Luft und läuft an), wird bespielt, bekommt vorgelesen, wird herumgetragen (das zugegebenermaßen nicht in dem Maß, indem der junge Mann es sich wünschen würde) und wird geschaukelt mit allen möglichen Instrumenten, unter anderem seiner Vibratorwippe.
Und was macht Paul? Er weint trotzdem. Und da sagen die Psychologen aus "Oje ich wachse", mein Kind hat einen Schub. Die Idee ist, dass Babys in bestimmten Phasen Entwicklungsschübe haben, in denen sie bestimmte Fähigkeiten entwickeln und Dinge in einem schnelleren Tempo erlernen, als sonst, was zur Folge hat, dass sie diese neuen Eindrücke durch vermehrtes Schreien verarbeiten und ein gesteigertes Bedürfnis nach Nähe signalisieren. Die Theorie basiert auf Tagebuchaufzeichnungen einer Vielzahl von Eltern und fand Überschneidungen, also Babys, die zur gleichen Zeit diese Verhaltensweisen zeigen. Einen Schub gibt es demnach um die fünfte Woche, um die achte Woche und um die zwölfte Woche. Die Erklärung für die zwölfte Woche lautet demnach so:
Für Ihr Baby ist wieder alles total neu. Seine Welt verändert sich, es lernt jetzt Dinge, die es vorher nicht lernen konnte. Es will zurück zur Sicherheit auf Mamas Arm. Machen Sie sich keine Sorgen dass Sie Ihr Baby verwöhnen könnten, wenn Sie ihm geben was es benötigt.(Quelle)
Das ist ja eine tolle Erkenntnis. "Für Ihr Baby ist jetzt wieder alles total neu." Das ist nur zu Schubzeiten so. Zwischen den Schüben ist die Welt langweilig und öde. Die Lösung steht ja auch gleich dabei: "auf Mamas Arm". Zum Glück sind zwischen den Schüben immer ein paar Wochen Pause, dann kann sich Mamas Arm auch mal ausruhen. 
Paul ist jetzt in der 12. Woche und schubt demnach. So weit so gut. Er schubt also. Ich muss gestehen, ich hab das Buch nicht gelesen, aber ich finde die Idee witzig, das Babys schuben. Ich glaub im Buch wird das auch als Sprung bezeichnet, im Internet geistert die Schubformulierung. Naja, ob Paul nun springt oder schubt, kann mir ja gleich sein. Was mach ich jetzt aber mit dieser Feststellung? Soll ich Paul, wenn er weint, damit trösten..."ach mein Süßer, du musst nicht traurig sein, du schubst halt, versteh das doch." Oder soll ich mich selbst trösten, indem ich mir sage "Na gut, wenn der Junge schubt (oder springt), dann kann ich ja nichts machen außer vielleicht die Tür zu, damit es nicht so laut ist."  (Ich weiß schon, ich weiß schon, "Mamas Arm"). Wahrscheinlich soll mir die Theorie helfen zu verstehen, warum Paul gerade weint. Danke, liebe Theorie. Mein Baby weint also, weil es sich entwickelt....weil es sich in Schüben entwickelt, die es so schnell nicht aufarbeiten kann.
Lieber Paul, ich hab einen Vorschlag für dich. Entwickel dich doch einfach ein bisschen langsamer. Du musst doch nicht springen, bevor du laufen kannst! Du hast doch alle Zeit der Welt und lineare Entwicklung klingt auch schön. Geschubt wie gesprungen... sei nicht traurig, mein Hosenmatz! (mein neues Lieblingswort)

PS. Bis zum nächsten Schub sind es übrigens 7 Wochen....genug Zeit also, den Arm zu trainieren.

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