Dienstag, 18. Januar 2011

Moderne Babys brauchen richtige Identitätsnachweise

Oh oh. Langsam werden die Abstände zwischen den Einträgen größer. Und dabei gibt es soviel festzuhalten: erster Ausflug ins Krankenhaus, bevorstehende Reise in die deutsche Heimat und heutiger Ausflug zum Fotografen. Dann fangen wir mal von hinten an, mit dem heutigen Ereignis, das ist noch am frischesten.
P geht nächste Woche auf seine erste große Reise. Verglichen mit den Reisen, die er bis jetzt so gemacht hat (einstündige Spaziergänge hier im Bezirk), muss die Fahrt mit dem Auto nach Deutschland ihm wie eine Reise zum Mond erscheinen. Aber ich wollte ja von hinten anfangen, also nicht über die Reise berichten, sondern über den Ausflug zum Fotografen.

Bei der Reiseorganisation fiel mir auf, bzw. nicht mir, sondern einem weisen Herrn auf der deutschen Botschaft, dass P, ein Kind des 21. Jahrhunderts, nicht einfach so, ohne Reisepass verreisen kann. Genauer gesagt, fiel uns beim Gespräch auf, dass er noch überhaupt kein Ausweisdokument besaß. Weiterhin fiel uns, bzw. das fiel wieder dem weisen Herrn auf, dass P auf Grund der Besonderheit seines Daseins, das sich durch Binationalität (und natürlich durch viele andere Dinge, die hier aber nichts zur Sache tun) auszeichnet, nicht nur ein Ausweisdokument, sondern eigentlich gleich zwei bräuchte: Der ungarische P braucht einen ungarischen Ausweis, der deutsche P braucht einen deutschen Ausweis, wenn er in Deutschland ist. Das sind ganz schön viele Ausweise, lieber P, dafür, dass wir bis vorgestern noch völlig identitätslos vor uns hin gelebt haben.

So, und da in Zeiten des Terrors auch Kinder unter 12 Jahren eine Gefahr darstellen können, müssen neuerdings auch Babys einen Kinderreisepass haben, mit einem biometrischen Foto. Bei Babys wird das angeblich nicht ganz so genau genommen mit dem "neutral schauen", allerdings so genau, dass der weise Herr in der Botschaft mir einen Fotograf in Budapest empfahl, vorschrieb (?), der wüsste, wie man ein solches Foto macht (das Baby darf nicht lächeln, nicht weinen, nicht die Hand im Gesicht haben). 
Zum Glück ist P für seinen aufmerksamen Gesichtsausdruck bekannt und so lief der heutige Ausflug zum Fotografen auch ganz enstpannt ab. Auf dem Weg dorthin schlief er anderthalb Stunden im Auto. Fürs Foto wurde er geweckt, dann kuckte er schnell aufmerksam, neutral, ohne zu lächeln und ohne sich im Gesicht rumzuspielen (hier half die Mama bisschen nach) und dann wurde P wieder eingepackt, um die Rückfahrt wieder komplett zu verschlafen. Das Foto ist furchtbar, wie sich das für ein biometrisches Foto gehört. Ich hoffe, es genügt den strengen Kriterien der Passstelle. Morgen wissen wir mehr. Ich bin gespannt, was da noch so auf mich wartet bei der Ausstellung dieses Zauberdokuments.
Früher standen Kinder einfach eine Weile namentlich erwähnt im Ausweis der Mutter, sowohl in Ungarn als auch in Deutschland. Moderne Babys brauchen einen Identitätsnachweis, der nicht so altbacken daher kommt. Ab morgen hast auch du einen solchen P!

Und hier das Foto:

1 Kommentar:

  1. Jede Vaterschaft begründet eine besondere Beziehung. Sie bedeutet nicht nur eine lebenslange emotionale Bindung, sondern umfasst auch umfangreiche und andauernde rechtliche Verpflichtungen. So groß wie die Tragweite dieser Beziehung ist, so quälend können die Fragen sein, wenn eine Vaterschaft in Zweifel gezogen wird. Anders als bei der Mutter wird in der Regel natur-gemäß der Vater häufig mit seinen Vermutungen allein gelassen. Es sei denn, er entschließt sich zu einem Vaterschaftstest. here are Vaterschaftstest,Abstammungsgutachten and Identitätsnachweis.

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