Mittwoch, 1. Dezember 2010

Das Rülpsen will gelernt sein

In Deutschland macht man zur Geburt eines Kindes eine Pullerparty, damit das Baby auch anständig pieseln kann. Das ist schließlich eine der wesentlichen Hauptbeschäftigungen in seinen ersten Lebensjahren. In Ungarn gibt es auch so eine Party, nur werden hier nicht die Ausgangsflüssigkeiten befeiert, sondern das, was oben rein soll, die Milch. Eine Milcheinschussparty sozusagen.


Nun, um ganz offen zu sein, mit dem Pieseln hat der kleine Bub keine Probleme. Das klappt schon ganz ordentlich. Er trifft zwar nicht immer die Windel und hat gestern Abend auch endlich mal den Papa angestrullert. Aber das nehmen wir ihm nicht übel. Er übt ja noch.
 Zum zweiten Partyanlass: Auch mit der Milch gibt es hier keine Probleme, trotzdem oder gerade weil sie nicht aus der Flasche kommt. Wer weiß das schon so genau. Die Milch fließt in Strömen und der Junge hält quasi 24 Stunden ganz professionell den Mund auf, damit sie reinfließen kann. Und hier kommen wir zu einem "Problem", das es mir durchaus wert wäre eine Party zu schmeißen: das Bäuerchen. Paul schlingt die Milch runter als müsste er bis zur nächsten Mahlzeit zwei Tage warten oder müsste sich sorgen, dass er keinen Nachschlag bekommt, wenn er sich nicht genug beeilt. Folge des Schlingens: Luft im Bauch von Paul. Viel Luft. Sehr viel Luft. Aber was macht der kleine Gierschlund nach dem Essen? Er schläft prompt ein und zwar in sämtlichen Bäuerchen-Positionen, die die Suchmaschine so hergibt: über der Schulter, vor dem Bauch in der Hocke, auf dem Unterarm liegend, über dem Stillkissen baumelnd, Fahrstuhlfahrend (das ist eine Rülpstechnik bei der man das Baby wie im Fahrstuhl von unten nach oben bewegt und wieder zurück) usw. Er verschläft sein Bäuerchen komplett. Und wenn ich ihn dann ablege, auf den Rücken (denn die Bauchlage, Seitenlage und alle anderen Lagen sind ja nach neuesten wissenschaftlichen Maßstäben altmodisch), dann kommt ihm quasi das Essen hoch und er liegt da rum und quält sich mit der Milch.
Also. Wer auch immer Zeit hat: Wenn er nicht bald das Rülpsen lernt, gibts bei uns im Hause eine Rülpsparty, auch wenn das irgendwie ordinär klingt. Daraus machen wir uns nichts.

Achso. Wer einen Rülpstipp hat, der kann sich auch ohne Party melden.

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