Donnerstag, 4. November 2010

Nu komm schon, P !

Bevor du dich doch noch entscheidest, ganz plötzlich vor Termin in unser Leben zu treten (man kann ja nie wissen), noch schnell ein paar Worte einer ungeduldigen Mutter.
Langsam, das muss ich zugeben, könntest du kommen, P. Ich meine, du bist jetzt praktisch 9 Monate in meinem Bauch und es sind nur noch 4 Tage bis zu deinem offiziellen Geburtstermin. Naja, wer hält sich schon gern an Termine, was?
Ich will nicht unhöflich sein und ich will dich auch nicht rausschmeißen, (als ob ich das könnte!!), aber seit ich die Information in meinem Kopf habe, dass du eigentlich fertig bist und jederzeit kommen könntest ohne als Frühgeburt zu gelten, finde ich, dass du dich auf den Weg machen könntest. Und wie immer, hab ich die Suchmaschine befragt, um herauszufinden, wie ich meinem entspannten Sohn ein bisschen auf die Sprünge helfen kann. Mein Arzt hat mir ja einfach zu mehr "Eheleben" geraten, worauf ich jetzt einfach nicht näher eingehen möchte, weder wissenschaftlich noch unwissenschaftlich.
Die Ergebnisse der Suchmaschine waren allerdings nicht weniger unterhaltsam.
Hier sind die Top NeunTipps, um einen fertigen Sohn nach neun Monaten rauszuekeln:

9. Bauerneinleitung: Der deutsche Begriff für den Tipp meines Arztes findet sich auch in deutschen Suchmaschinen und man muss dafür auch nicht verheiratet sein.
Das lass ich jetzt mal so unkommentiert hier stehen.

8.Wehencocktail: Ein Wehencocktail ist eine Art Mixgetränk, das manchmal von Hebammen empfohlen wird, wenn man den Geburtstermin überschritten hat. Es gibt dafür verschiedene Rezepte, aber die Grundlage ist wohl Eisenkraut, ein Fruchtsaft, eine sympathische Schnapssorte, evtl. Wasser, und der wohl leckerste Inhaltsstoff: Rizinusöl.
Lieber P, das tu ich uns nicht an, weder vor noch nach dem Termin. Das ist mir einfach zu eklig. Dann lass dir lieber Zeit. (deswegen nur Platz 8)

7.Wehentee: Auf Platz sieben steht für mich der Wehentee. Das ist eine wohl etwas weniger unangenehme Mixtur aus verschiedenen Gewürzen, denen eine wehenfördernde Wirkung nachgesagt wird, z.B. Zimt, Nelken und Ingwer und mit denen man sich einen Tee kocht, der ein bisschen nach Weihnachten schmeckt.
Den, P, hab ich schon getrunken, hat dich aber nicht sonderlich beeindruckt und mir schlägt der viele Zimt auf den Magen. Also lassen wir das.

6. Spazierengehen: Der aufrechte Gang soll dazu führen, dass der Kindskopf (hier: der Kopf des Kindes, nicht der ganze P) auf den Gebärmutterhals drückt und so Wehen auslöst.
Für mich auf Platz sechs, weil einfach zu handhaben, ohne besondere Hilfsmittel. Aber, lieber P, so viel kann ich gar nicht spazieren, scheint mir, dass dich das nervt.

5. Treppensteigen: Noch besser als spazieren gehen soll Treppensteigen sein. Insbesondere der Gang nach unten soll die vorhandenen Wehen verstärken, weshalb manche Frauen auch im Krankenhaus die Treppen hoch und runter laufen. Besonders nützlich fand ich den Tipp in einem Forum, man solle doch mit dem Fahrstuhl hoch fahren und dann runterlaufen, damit man dabei nicht allzu müde wird. (Man muss ja schließlich auch Kraft haben für die Geburt)
Das werd ich wohl noch anwenden, lieber Paul, wenn es mir zu bunt wird, spaziere ich einfach bis zum Krankenhaus und laufe die neun Stockwerke hoch bis zur Geburtsstation und wenn dir das nicht reicht, dann wieder runter und wieder hoch usw.

4.  Warm baden: Das ist mir der sympathischste Tipp von allen. Im warmen Bad sollen sich vorhandene Geburtswehen verstärken.
Jeden Tag baden ist für mich kein Problem. Und von dir hab ich auch noch keine Beschwerden gehört.


3. Wein trinken: Nach Geburtstermin soll auch Rotwein in der Lage sein, Geburtswehen zu fördern oder zu locken. Was mich daran bisschen stört, ist die Tatsache, dass ich davon sicher gleich einen Schwipps bekomme, nach so langer Pause.
Aber, wenn wir nächste Woche noch beisammen sind, dann kann es sein, dass der Kékfrankos in meinem Regal geöffnet wird. In der heißen Wanne. Mal sehen, wie dir das schmeckt.


2. Putzen: Putzen ist einfach ein cooler Tipp, weil das so praktisch ist. Dann ist die Bude wenigstens sauber, wenn das Baby kommt.
Also lieber P, wenn die Bude so sauber ist, in die du kommst, dann wunder dich nicht. Ich hab einfach nur versucht, dich früher kennen zu lernen.

1. Schneidersitz: Ungeschlagen auf Platz eins der Top neun. In einem Forum erwähnte eine Frau, sie hätte 3 Stunden im Schneidersitz gesessen und in der Nacht wäre sie ins Krankenhaus gefahren. In diesem Zusammenhang gefiel mir besonders der Kommentar einer weiteren Frau, die meinte nach drei Stunden Schneidersitz müsste sie auch ins Krankenhaus, aber nicht wegen Wehen, sondern weil sie sich nicht mehr bewegen könne.
Lieber P, zwing mich nicht zu solch gruseligen Methoden.

Komm einfach!

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